Portweine

Portwein-Sorten, die jeder Gourmet kennen sollte

Der letzte Tag des Jahres soll der schönste sein! Da lohnt es sich, einen besonderen Tropfen aufzumachen. Silvester ist jedoch nicht nur ein toller Anlass für Champagner, sondern auch die Gelegenheit für einen richtig guten Port.

Portwein ist ein edler Klassiker: Samtig, elegant und süß passt er zum Aperitif wie zum Dessert. Was den Wein so besonders macht? Die Heimat des Ports liegt im portugiesischen Douro-Tal, das wohl bekannteste Anbaugebiet der Welt. Dort herrschen die perfekten klimatischen Bedingungen – entsprechend gut wird auch der Wein. Seine Aromen sind ausgesprochen vielfältig und reichen von feiner Fruchtsäure über süßes Dörrobst bis hin zu Gewürzen, Nüssen und Karamell.

Portwein: Eine genussvolle Sammelleidenschaft

Portwein ist nicht gleich Portwein und die geschmackliche Bandbreite veranlasst Gourmets auf der ganzen Welt zum Sammeln besonders feiner Tropfen. Zu den größten Portwein-Sammlern Deutschlands gehört Spitzenkoch Johannes King. Seit den Achtzigern sammelt der leidenschaftliche Genießer die außergewöhnlichsten Ports: Von Tawny über Vintage Port ist alles dabei. Doch was unterscheidet die verschiedenen Weine? Was haben Ausbauverfahren, Reifegrade und Qualitätsstufen damit zu tun? Wir haben den Zwei-Sternekoch gefragt und das Wichtigste hier für Sie zusammengefasst:

Tawny Port

Ein Tawny reift rund zwei Jahre im großen Fass und wird dann in ein kleineres (in eine sogenannte Pipe) umgefüllt, wo er beginnt zu atmen. Dadurch erhält er nicht nur seinen typischen Geschmack, sondern auch die rot- bis Bernstein-braune Farbe. Dieser verdankt er auch den Namen “Tawny”.

Old Tawny

Je nachdem, wie lange der Tawny in Pipen reift, wird sein Geschmack immer kräftiger. Auf den Flaschen ist immer das Abfülldatum vermerkt. 10, 20, 30 oder 40 Year Old Tawnies sind noch hochwertiger als ein Standard Tawny und sind sofort trinkbar.

Colheita

Ein Colheita oder auch Single Harvest Tawny ist ein Jahrgangstawny. Das heißt, dass alle Trauben aus einem Erntejahr stammen. Im Anschluss reifen sie mindestens sieben Jahre, manchmal aber auch Jahrzehnte lang im Fass. Dabei verdunstet Flüssigkeit, wodurch sich andere Stoffe verdichten und intensiver werden – ein ganz besonderer Genuss. Auch hier ist das Abfülldatum auf der Flasche vermerkt.

Ruby Port

Ruby Port bezeichnet im Allgemeinen flaschengereifte Weine: Standard Ruby, Late Bottled Vintage Port und Vintage Port. Nach zwei bis drei Jahren Lagerung werden Standard Ruby Ports typischerweise filtriert und verzehrfertig in Flaschen abgefüllt. Hier reifen sie noch weiter. Die kräftige, dunkelrote Farbe und der fruchtige Geschmack weisen auf das junge Alter und die geringe Oxidation hin.

Late Bottled Vintage (LBV)

Anders als der Standard Ruby, lagern LBV Ports vier bis sechs Jahre im Fass. Bei der Abfüllung wird zwischen der gängigen, gefilterten Variante und der ungefilterten unterschieden: Bei letzterer reift der Port länger in der Flasche nach. Gefilterter LBV verändert seinen Geschmack nicht mehr und ist sofort trinkbar.

Vintage Port

Der König unter den Portweinen. Ein Vintage ist ein reduktiver Port, der nach nur zwei Jahren Fassreifung abgefüllt wird – ungefiltert. Entscheidend für den Geschmack ist die nachträgliche Reifung in der Flasche. Der Portwein soll noch viele Jahrzehnte liegen, erst dann entfaltet sich sein volles Potential. Dabei setzt sich das Depot ab, deshalb unbedingt dekantieren.

Deklaration eines Vintage Ports

Vintage Portweine gibt es nicht in jedem Jahrgang: Nur, wenn die Bedingungen für die Trauben perfekt sind, kann ein Port dieser Klasse produziert werden. So ein Spitzenjahr gibt es im Schnitt drei Mal pro Jahrzehnt. Für die offizielle Zulassung sind die Behörden (Instituto do Vinho do Porto) verantwortlich.

White Port

White Ports sind meist trocken ausgebaute, einfache Ports aus weißen Trauben. Meist werden sie nach rund drei Jahren Lagerung abgefüllt, es gibt aber auch weiße Ports, die jahrzehntelang lagern und reifen. Zu den typischen Rebsorten gehören Rabigato, Viosinho, Codeia, Malvasia Vina.

weitere Begrifflichkeiten:

Quinta

Die berühmten Quintas sind Wein- oder Landgüter, die zu den jeweiligen Portweinhäusern gehören. Bei der Portweinherstellung werden verschiedene Weine mehrerer Quintas als Cuvée zusammengeführt. Für Vintage Ports werden Trauben aus den Lagen der hauseigenen Quintas und gegebenenfalls auch aus zugekauften Weinen verarbeitet. Externe Weinbauern verkaufen ihre Trauben traditionell oft schon seit Jahrhunderten an bestimmte Firmen.

Single Quinta

Mit Single Quinta dürfen nur Portweine deklariert werden, die von einer einzelnen Quinta stammen. Am häufigsten werden Single Quinta Vintage Ports abgefüllt. Da das allerbeste Lesegut in die Vintage Portweine des Hauses geht, kommen die zweitbesten Jahrgänge oft als Single Quinta auf den Markt.

Lagar

Nach der Lese werden die Trauben tagsüber in die Lagares – große, hüfthohe Beton- oder Steinbecken – gebracht und traditionell abends mit den Füßen gestampft.

Aufbewahrung

Ähnlich wie bei Weinen empfiehlt sich eine Lagerung in einem abgedunkelten Raum bei konstanten 10 bis 12 Grad Celsius. Je nach Port, sollen die Flaschen liegend gelagert werden, entsprechende Hinweise sind am Flaschenboden vermerkt. Was die Reifung betrifft, lohnt sich eine langjährige Lagerung nur bei ungefilterten Portweinen wie Vintage Ports, die ihren vollen Geschmack erst nach einigen Jahren in der Flasche entfalten.

Foto by Michael Magulski

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