Essen bei Christian Bau

Einmal Hamburg – Nennig und zurück: Eine erwartungsvolle Reise zu Drei-Sternekoch Christian Bau

Ein Essen bei Christian Bau. Oder wohl eher ein paar glückliche Stunden bei Yildiz und Christian Bau und ihrem Team. Die Erwartungen waren groß…

Christian Bau und das “Victor’s Fine Dining” in Perl-Nennig sind eine Institution, so viel stand schon vor meinem ersten Besuch dort für mich fest. Und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Die Tatsache, dass einige meiner liebsten Kollegen und Freunde genau in diesem Restaurant, in dem sonst eher unspektakulären Moselort Perl-Nennig, einige der prägendsten Erfahrungen sammelten und sammeln, machte die Gespräche im Vorfeld natürlich umso interessanter… Es würde “das Essen meines Lebens” werden, war ungefähr die Quintessenz dieser – große Worte.

Dass es großartig sein muss, war klar. Denn abgesehen von den drei Michelin Sternen die Christian Bau seit 2005 durchgängig hält und die vermuten lassen, dass hier Großes geschieht, stimmten auch alle, die dort waren (ob als Gast und Angestellter) überein: Christian Bau ist ein produktverliebter Perfektionist. Und allein das hört sich für mich schon mehr als vielversprechend an.

Drei Sterne – eine Reise wert

Auf meiner ausgedehnten Zugfahrt hatte ich genügend Zeit, mir ausgiebig Gedanken zumachen über die schon so oft von mir erklärte Philosophie der Michelin Sterne: Vertraut man der Auszeichnung durch den Guide Michelin (und den Höchstbewertungen in allen anderen einschlägigen Führern), ist das “Victor’s Fine Dining” eine Reise wert. Was darüber letzten Endes entscheidet, ob dem auch so ist, ist erfahrungsgemäß nur Gefühl. Sicherlich habe ich allein schon aus beruflicher Sicht Freude daran auf jedes kleine Detail zu achten. Das Diskutieren und Hinterfragen macht mir einfach Spaß, aber letzten Endes soll Essen doch nur glücklich machen. Und ob Butterbrot oder Drei-Sterne-Restaurant – wenn es das tut, ist es für mich jede Reise wert. 

Und ich kann mich nur anschliessen und jedem sagen: Reist nach Perl-Nennig. Nicht, weil es der schönste Moselort ist, sondern weil man jedem Bissen von Christian Bau’s Essen abspüren kann, dass er kocht, um seine Gäste glücklich zu machen. Sicherlich ist das, was dort passiert irgendwie Selbstverwirklichung. Aber im positivsten Sinne, denn das sollte es ja auch, wenn man sein Leben dem Kochen verschrieben hat. Und ganz gewiss ist es auch perfektioniertes, auf die Spitze getriebenes Handwerk. Aber so umgesetzt, dass man nicht selber Koch sein muss, um es wirklich genießen zu können. Und es ist Klassik und Moderne zugleich. Aber dabei nicht (mehr) provozierend um des Provozierens Willen, sondern weil Christian Bau einfach das kocht, was er selber liebt.

Das erste Mal bei Christian Bau – wie war es denn nun?

An dieser Stelle könnte man endlos über perfekt angerichtete Teller, großartige Produkte, Aromenvielfalt und -tiefe berichten. Sowie über die fabelhafte Weinkarte, die mein Moselriesling liebendes Herz höher schlagen ließ. Und darüber, dass die Sommelière Frau Nina Mann, wenn sie sagt, sie bringt einem ein paar besondere Schätze die zum Essen passen, ihrem Wort mehr als nur treu bleibt. Oder über den Service, der genauso perfekt und detailverliebt ist, wie man es sich wünscht. Aber eigentlich reicht es auch zu sagen, dass, wer sich dem Genuss hingeben möchte, sich vertrauens- und erwartungsvoll in die Hände von Yildiz und Christian Bau begeben darf. Und er darf davon ausgehen, dass er nach einem perfekten Abend sehr glücklich nach Hause fahren wird. Wie lang auch immer dieser Weg sein mag.

Christian Bau’s Mantra “do things with passion or not at all” sollte man also unbedingt adaptieren, denn nicht nur das Gastgebersein, sondern auch das Gastsein sollte man passioniert angehen…

P.S.: Noch ein Wort über das Örtchen Nennig: Es hat nicht nur eines der grossartigsten Restaurants überhaupt, sondern auch den “Könomat” am Bahnhof. Hier kann man die großartigen Produkte der Fleischerei Könen 24 Stunden bekommen und das macht den Ort doch wieder ziemlich großartig. Besonders praktisch, wenn man noch Wegzehrung braucht.

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